Audiodeskription: Videos für blinde Nutzer
Während Untertitel gesprochenen Inhalt für Gehörlose zugänglich machen, macht Audiodeskription visuellen Inhalt für Blinde zugänglich. Sie wird in Sprechpausen oder leisen Momenten eingespielt und beschreibt, was zu sehen ist: Personen, Handlungen, Texteinblendungen, Umgebung.
Wann ist Audiodeskription nötig?
Immer, wenn das Video visuelle Informationen transportiert, die nicht aus dem gesprochenen Ton hervorgehen. Beispiele: Produktdemo ohne erklärenden Voice-Over, Dokumentarfilm mit wichtigen Bild-Details, Lehrvideo mit Tafelbild, emotionale Szenen ohne Dialog (Gesichter, Gesten). Ausnahme: reine "Talking Heads" – kein Mehrwert über den Ton hinaus.
Arten der Audiodeskription
Offene Audiodeskription: fest im Video-Audio, immer hörbar.
Geschlossene Audiodeskription: alternative Tonspur, wählbar (wie Fremdsprachen-Audio).
Text-basierte Beschreibung: Alternative, wenn Audio-Produktion zu aufwendig – aber weniger effektiv.
Wie produziere ich Audiodeskription?
Profi-Produktion: Sprecher liest Drehbuch in Pausen, gemischt mit Original-Ton. Kosten: 50–150 € pro Minute. DIY für interne Videos: einfaches Voice-Over-Skript, Aufnahme im Quiet Room, Mischung in Audacity/Reaper. Tools: YouDescribe (Plattform für Community-Audiodeskription).
WCAG-Kriterien
1.2.3 Audio Description or Media Alternative (Level A): entweder Audiodeskription ODER Voll-Text-Alternative.
1.2.5 Audio Description (Level AA): Audiodeskription zwingend für vorab aufgezeichnete Videos.
1.2.7 Extended Audio Description (Level AAA): erweiterte Audiodeskription mit Video-Pausen.
Praktische Empfehlungen
Für BFSG-Konformität: Audio-Deskription für alle strategisch wichtigen Videos (Erklär-Videos, Produkt-Demos, Marketing-Content). Für Archiv-Videos: Voll-Text-Transkript oft ausreichend und günstiger.
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