Kognitive Barrierefreiheit: Webseiten verständlich gestalten
Kognitive Barrierefreiheit ist der am meisten unterschätzte Bereich – auch weil er nicht mit automatischen Tools prüfbar ist. Trotzdem betrifft er die größte Nutzergruppe: jede Person hat in bestimmten Situationen kognitive Einschränkungen (Stress, Müdigkeit, Medikamente, Alter).
Für wen ist es wichtig?
Menschen mit Lernschwierigkeiten (ca. 4 Mio. in DE), Demenz (1,8 Mio.), Legasthenie, ADHS, nicht-muttersprachliche Nutzer, ältere Menschen, Personen in Stress-Situationen. Zusammen: mehr als 20 % der Bevölkerung.
Zentrale WCAG-Kriterien (Prinzip 3: Verständlich)
3.1.1 Language of Page: Seitensprache auszeichnen.
3.1.2 Language of Parts: fremdsprachige Abschnitte markieren.
3.1.5 Reading Level AAA: Sekundarstufen-Niveau oder alternative Version.
3.2.3 Consistent Navigation: Navigation auf allen Seiten an gleicher Stelle.
3.2.4 Consistent Identification: gleiche Funktion = gleiche Beschriftung.
3.3.1 Error Identification: Fehler klar erklären.
3.3.3 Error Suggestion: Korrekturvorschläge.
Praktische Tipps
Kurze Sätze (15–20 Wörter), aktive Sprache, Fachwörter erklären beim ersten Vorkommen, konsistente Terminologie (nicht mal "Warenkorb", mal "Einkaufstasche"), visuelle Hilfen (Icons plus Text), vorhersehbare Interaktionen (kein automatischer Seitenwechsel), klare Fehlermeldungen, Möglichkeit zum Zurücknehmen von Aktionen.
Leichte Sprache als höchste Stufe
Leichte Sprache (LS) ist eine stark vereinfachte Sprachvariante mit klaren Regeln: kurze Sätze, einfache Wörter, viele Absätze, unterstützende Bilder. BFSG-Pflicht nur in Ausnahmefällen (öffentliche Stellen unter BITV), aber gute Praxis für breite Zielgruppen.
Wie steht deine Webseite in diesem Punkt da?
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